Was ist FTP beim Radfahren?

Von WattWorks · 13. April 2026 · 8 Minuten Lesezeit

FTP ist die wichtigste Kennzahl im modernen Radsport-Training. Ob Profi oder Hobbyfahrer — wer seinen FTP-Wert kennt und gezielt damit trainiert, verbessert seine Leistung deutlich schneller als jemand, der nur nach Gefühl fährt.

Kurzdefinition: FTP steht für Functional Threshold Power und bezeichnet die maximale Leistung in Watt, die ein Radfahrer theoretisch 60 Minuten lang aufrechterhalten kann.

Was bedeutet FTP genau?

Der Begriff wurde von dem Sportwissenschaftler Andrew Coggan geprägt und ist heute der Goldstandard für leistungsbasiertes Radsport-Training. FTP trennt den aeroben vom anaeroben Bereich — oberhalb deines FTP arbeitest du anaerob und wirst schnell müde, unterhalb kannst du lange durchhalten.

Ein typischer Hobbyfahrer hat einen FTP von 150–250 Watt. Profis erreichen Werte von 400 Watt und mehr — bei deutlich weniger Körpergewicht, was den entscheidenden W/kg-Wert ergibt.

Typische FTP-Werte

NiveauFTP (Watt)W/kg (75 kg Fahrer)
Einsteiger100–150 W1,3–2,0
Hobby150–220 W2,0–2,9
Fortgeschritten220–300 W2,9–4,0
Wettkampf300–380 W4,0–5,1
Profi380–500 W+5,1–6,7+

Wie berechnet man FTP?

Es gibt mehrere Methoden, um deinen FTP zu bestimmen. Die genaueste ist ein standardisierter Test:

Methode 1: 20-Minuten-Test (empfohlen)

Fahre nach einem guten Aufwärmen 20 Minuten lang so hart du kannst — gleichmäßiges Tempo, kein Sprint am Anfang. Deine Durchschnittsleistung multiplizierst du dann mit 0,95:

FTP = Ø-Leistung 20 min × 0,95 Beispiel: 250 W × 0,95 = 237 W FTP

Methode 2: Ramp-Test

Beim Ramp-Test steigerst du die Leistung jede Minute um einen festen Betrag bis zur Erschöpfung. Der FTP wird dann aus der Maximalleistung berechnet:

FTP = Maximale 1-Minuten-Leistung × 0,75

Methode 3: eFTP (automatisch)

Moderne Trainings-Apps wie WattWorks berechnen deinen estimated FTP (eFTP) automatisch aus deinen Aktivitäten. Dabei wird die Power Curve analysiert und der theoretische FTP-Wert abgeleitet — ohne expliziten Test.

Warum ist FTP so wichtig?

FTP ist die Basis für alle anderen Trainingsberechnungen:

Trainingszonen auf Basis des FTP

ZoneName% FTPWofür
Z1Aktive Erholung< 55 %Lockere Ausfahrten, Regeneration
Z2Aerobe Basis56–75 %Grundlagenausdauer, langer Z2-Ride
Z3Tempo76–90 %Gruppenfahrten, mittlere Intensität
Z4Laktatschwelle91–105 %Schwellenintervalle, Zeitfahren
Z5VO2max106–120 %VO2max-Intervalle, kurze Hochintensität
Z6Anaerob121–150 %Sprints, kurze Maximalbelastungen
Z7Neuromuskulär> 150 %Explosivsprints < 15 Sek.

Wie oft sollte man FTP testen?

Als Faustregel gilt: alle 6–8 Wochen einen FTP-Test durchführen, besonders nach intensiven Trainingsblöcken. Im Winter-Aufbau seltener, in der Wettkampf-Vorbereitung häufiger.

Mit einer App wie WattWorks wird dein FTP automatisch per eFTP-Berechnung überwacht — du siehst sofort, wenn sich deine Leistung verbessert.

FTP verbessern — die wichtigsten Tipps

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Häufige Fragen zu FTP

Was ist ein guter FTP-Wert für Hobbyfahrer?
Für Hobbyfahrer gilt ein FTP von 2,0–3,0 W/kg als guter Ausgangspunkt. Das entspricht bei 75 kg etwa 150–225 Watt. Wichtiger als der absolute Wert ist die Verbesserung über Zeit.
Wie lange dauert es, den FTP zu verbessern?
Mit strukturiertem Training sind in 8–12 Wochen Verbesserungen von 10–20 W realistisch. Anfänger verbessern sich oft schneller als erfahrene Fahrer.
Brauche ich einen Powermeter für FTP?
Für genaue Werte ja — ein Powermeter ist die präziseste Methode. Alternativ kann FTP auch aus Herzfrequenz-Daten geschätzt werden, ist aber weniger genau.
Was ist der Unterschied zwischen FTP und eFTP?
FTP wird durch einen expliziten Test bestimmt. eFTP (estimated FTP) wird automatisch aus deinen historischen Leistungsdaten berechnet — ohne extra Test. Moderne Apps wie WattWorks berechnen eFTP kontinuierlich.
Sinkt der FTP, wenn man aufhört zu trainieren?
Ja — nach 2–3 Wochen ohne Training beginnt der FTP zu sinken. Nach 4–6 Wochen können 10–15 % Verlust eintreten. Regelmäßiges Training ist daher wichtiger als einzelne intensive Phasen.